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Donnerstag, 27. April 2017

Waldmeister


Waldmeister kennen wir als Geschmacksstoff.
Jetzt ist wieder Saison, er blüht gerade, nun hat das Kraut die meisten Aromastoffe*. Damit sich diese voll entfalten, sollte man das blühende Kraut etwas anwelken lassen. Ein Klassiker ist die mit Waldmeister angesetzte Maibowle, wer schon mal ein Tässchen zu viel davon hatte, weiß das man danach wunderbare Kopfschmerzen hat, denn Waldmeister ist leicht giftig.

Gut duften und giftig ?
Diese Eigenschaften lassen sich gut zur Vorbeugung gegen Motten nutzen.
Als Sträußchen gebunden und kopfüber aufgehangen, besser aber noch in kleine Luft durchlässige Beutelchen, beduftet es den Kleiderschrank oder die Truhe. Zwischen sehr eng gepackten Textilien sollte das Kraut ganz getrocknet sein, damit es nicht schimmelt und mehr schadet als nützt. Eine Blitzlösung sind abgebundene alte Nylonstrumpf Stücke, wenn man keine Lust zum nähen hat. Hübsche kleine Duftsäckchen sind ein schönes Mitbringsel.
Gegen akuten Mottenbefall hilft das Kraut nur bedingt.


Waldmeister ist sehr wuchsfreudig, er lässt sich meist einfach im Garten kultivieren und ist recht anspruchslos.Vermehren lässt sich die Pflanze einfach durch abstechen. Die Pflanze vermehrt sich durch unterirdische Rhizome. Fix wächst er zu großen Teppichen.
Er gehört zu den Rötegewächsen, die Wurzel des Waldmeisters soll nach 3 Jahren Lagerung Wolle und Seide rot färben. Ausprobiert habe ich das noch nicht, denn die Wurzeln sind nach dem trocknen Haarfein und es ist mir schlichtweg zu mühevoll.

* Nachtrag von der Vielfaltsgärtnerei (Danke Christian) :  Für Bowle nicht das blühende Kraut nutzen...immer das nichtblühende bitte, der Cumaringehalt steigt während der Blüte ins Toxische an.

Freitag, 14. April 2017

Schlauchkante

Unter historischen Textilien taucht sie immer wieder einmal auf - die Schlauchkante.
In meinem speziellen Fall, befindet sie sich rechts und links am Mantel des Bernuthsfeld Mannes, und die Herstellung hat mich gedanklich wie technisch, den Winter über beschäftigt.
Das Tuch des Mantels ist ein Fischgratköper, ein Gewebe zu dessen Herstellung 4 Schäfte benötigt werden. Die Schlauchkante ist in Leinwandbindung gewebt. Wie der Name sagt, ist sie hohl, und in einem Stück fest am Gewebe verwoben. Sie entstand, Schuss für Schuss mit dem Gewebe.

Der Sinn oder Zweck dieser Kante ist unbekannt.
Mit 7 Kettfäden ist der Schlauchdurchmesser sehr fein, die Enden des Schlauchs sind verschlossen, Oben beginnt der Schlauch in der Anfangskante, unten endet er im gedrehten Zöpfchen.
Die Bindung ist bei meinem Probestück kein Fischgrat, sondern ein 2/2er Köper.

Nr 1 ist jeweils eine einfache Kante, ohne verstärkte Randfäden
Nr 2 ist jeweils die Schlauchkante




Die Muster werde ich mit zur IRM 2017 bringen, wer mag kann sie sich dort anschauen.

Sonntag, 2. April 2017

Mantel Thomas und Alrik

Das anweben der Borten ans Tuch ist langwierig und lästig. Etwa 6 Stunden hat es etwa je Tuch gedauert.

2 zusammenhängende Manteltücher sind nicht nur eine ziemlich volle Waschmaschinen Ladung, sondern auch eine sehr volle Wäscheleine.

Beim trennen, werden die Zöpfchen Paare einzeln zerschnitten und gleich mit Knoten gesichert.


Aber dann - endlich - fertig !
Voila - 2 x Thomas 1 x Alrik: