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Mittwoch, 28. November 2012

Textilien als Statussymbol

Mein Haus,mein Boot,mein Auto.

Und was zeigte Mann damals ? Meine Waffen, meine Söhne, meine Kleidung.

Ist es heute Markenkleidung, von der man weiß, das sie teuer ist, so hat man vor der Erfindung der Label, zu allen Zeiten, die Emsigkeit der Erzeuger, oft die eigene Frau, zur Schau gestellt.
Man wusste darum, wie viel Mühe und Sorgfalt es braucht, feine gleichmässige Fäden zu spinnen, das Farben kostbar sind, und legte Wert auf feine haltbare Verarbeitung.
Wer es sich leisten konnte, protze nicht nur mit Fülle sondern auch mit Aufwand.
Wer es sich nicht leisten konnte, bemühte sich halt um Sorgfalt.
Die heute erhaltenen Textilien sprechen für sich.
Aber auch in der jüngeren Vergangenheit, in der Textilien noch kein Wegwerfartikel waren, wurde auf die Ver bzw. bearbeitung  Wert gelegt. Erinnere ich mich an eine Schusterschürze aus den Nachkriegsjahren,  sorgfältig repariert - die Flicken waren sauber mit Kappnaht eingesetzt. Verschlissen und dennoch der Hausfrau Stolz.

Immer wieder bekomme ich zu hören "Im Mittelalter ? Da trug man Sackleinen !"
Nein, nicht einmal die ältesten erhaltenen Textilien sehen auch wie Sackleinen.
Wer sich kostbare Waffen leisten konnte, trug auch Kleidung die etwas hermachte, so wie man heute zur sündhaft teuren Uhr, keinen schäbigen Anzug trägt.

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf,als ich diese Beinwickel gewebt habe :

 
Eigentlich wollte ich etwas total Schrilles weben und war dann enttäuscht, weil die Farben sich doch miteinander anragiert haben. Nach dem waschen, beim versäubern stellte ich dann fest, das mal das Blau und mal das Grün dominiert. Das sieht richtig raffiniert aus. Ein toller Effekt, den die Kamera leider nicht einfangen mag.
http://de.dawanda.com/product/38588230-Beinwickel-Prunk-in-gruenblau


Auch sehr edel:



Hier ist es die Bindung,die aufwendig ist, lässt sich Fischgrät doch schneller weben.
http://de.dawanda.com/product/37848685-Beinwickel-gruener-Diamant

Hier ist es schon schlichter,aber noch lange nicht poplig:

 
Und damit habe ich fürs Erste genug vom Beinwickel weben. Der Webstuhl ist leer, und wartet darauf neu eingerichtet zu werden. Das nächste Projekt wartet bereits und ich freu mich wie Bolle - ist es doch eins meiner Lieblingsthemas. Das zeige ich Euch dann demnächst.

Samstag, 10. November 2012

grüne Wollbluse

Da ich zur Zeit müde bin, schlechte Klamotten von der Stange zu kaufen,habe ich mir eine Winterbluse aus Wollstoff gemacht.
Es ärgert mich ungemein, das die Klamotten in den Läden, meist schlecht verarbeitet und aus fiesem Material hergestellt sind, und dann mitunter nicht einmal die erste Wäsche überleben.
Geplante Obsoleszenz nennt man so was.
Über die Art und Weise wie Textilien hergestellt werden mag ich gar nicht erst reden.
So habe ich beschlossen noch mehr selber zu machen und noch weniger zu kaufen !

Hier ist erst mal der Rohstoff, ein schönes Garn NM 9/2, 100% Schurwolle,chemisch gefärbt,aber in einem Farbton den man mit Birkenblättern und Eisensulfat erzielen könnte.
Daraus habe ich einen schlichten 2/2er Köper gewebt,der mit 8 Fäden/cm relativ locker ist,damit er schön fällt.
Nach einem selbstgefriemelten Schnittmuster, das ebenfalls bewusst schlicht ist,ist diese Bluse genäht. Großenteils von Hand mit Kappnähten, so das die Kanten schön geschützt sind, und teils mit Maschine weil die Nähte sonst zu wulstig wären. Auch an Kragen und Knopfleiste ist einmal mit der Maschine entlang genäht.

Kleine grüne Perlmuttknöpfe runden das Stück ab. Sie sind nicht funktional, sondern da hinter sitzen
Druckknöpfe, um den Stoff so wenig wie möglich einschneiden zu müssen.











Ein gutes Stück Stoff habe ich noch, und nun überlege ich was daraus entstehen soll