Translate

Montag, 17. Dezember 2012

grüner Webpulli


Ihr kennt das sicherlich, man fängt einige Projekte hintereinander an, alles braucht seine Zeit, aber plötzlich ist alles zeitnah beieinander fertig.

Heute morgen habe ich den härenden Mantelstoff fertig gewebt, und in der Zeit, in der dieser Stoff sich per Waschmaschine entspannt hat, habe ich den vor einiger Zeit begonnenen Pullover fertig gestellt :

Das ist der gleiche Stoff, den ich auch schon für die grüne Bluse verarbeitet habe. Diesmal habe ich das Stück gefüttert, mit einem sanft schimmernden schmeichelndem Stoff. Am unteren Saum ist der Pulli rund geschnitten, und ich bin jemand die ständig umgekrempelte Ärmel hat, so das das Futter gut zu sehen sein wird.

 
Genäht habe ich alles per Maschine, denn es ist ja ein jetztzeitiges Stück.
Ich bin schon gespannt wie sich das gute Stück trägt, auch wenn ich mir das bis Weihnachten aufspare. Denn ich schenke mir den Pulli selbst zu Weihnachten.

Der Stoff trocknet nun auf der Heizung vor sich hin, von der Auftraggeberin heiß erwartet.
Der Webstuhl ist schon abgebaut und weggepackt, der Platz ist für den Christbaum reserviert, nun kann Weihnachten kommen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Mantelstoff für eine demütige Nonne

Am Anfang stand das Material.
Aus der Auflösung einer Teppichweberei für behinderte Mitmenschen, stammt dieses handgesponnene Wollgarn.
 
Es handelt sich um unregelmäßiges Anfängergarn, auch liebevoll schwangere Regenwürmer genannt.
Gut verpackt und eingelagert, wartet es schon eine ganze Zeit darauf, verarbeitet zu werden, aber zu was ?

Dann kam die Idee, diesmal nicht von mir : machen wir einen härenden Mantel, für eine demütige Nonne daraus.
Angelehnt, an den bis heute sehr gut erhaltenen Mantel der heiligen Klara (gest. 1253), entsteht ein Stoff daraus.
Leider nicht fadengenau,dazu ist der Schußfaden zu dick, aber optisch kommt der Stoff dem Mantel doch nahe.
Den Mantelstoff der hl. Klara, habe ich mir in Büchern und Internet lange angeschaut. Für mich sieht es so aus, als habe man die Wolle von "bunten" Schafen aus der Flocke heraus, wahllos versponnen und so ein recht streifiges Gewebe produziert. Um dies zu imitieren,versuche ich, die mir zur Verfügung stehenden Farbtöne, beim weben zu vermischen.
Die Bindung ist ein 2/1er Köper.


schön zu erkennen,die sandfarbenen Regenwürmer stehen kurz vor der Entbindung ;o)

 
Die erste 4m Bahn ist schon vom Webstuhl, um zu schauen, wie viel läuft das Material, beim waschen ein, wie verhält sich der Stoff. Schließlich wird für diesen Halbkreismantel, ein Durchmesser von etwa 3,50m benötigt.



links die kettlastige Seite rechts die Schußlastige Seite des Stoffes

Weitere 8m Kette liegen noch auf dem Webstuhl. Angewoben ist bereits, der Plan ist, das sie bis zur Weihnachtspause fertig gewoben ist. Dann werde ich den Webstuhl abbauen, damit der Weihnachtsbaum seinen Platz bekommt.

Das zuschneiden und nähen liegt nicht mehr in meiner Hand, Bilder vom fertigen Mantel sind mir aber versprochen. Ich werde sie dann sobald ich sie habe ,in meine Galerie einstellen.

Nachtrag 20 Jan 2013:
Hier gehts zur Galerie in der nun Bilder des Mantels zu bewundern sind. Herzlichen Dank an die Besitzerin des Mantels !

http://zeitensprung.blogspot.de/p/galerie.html

Samstag, 1. Dezember 2012

Kleine Stoffkunde für Mittelalter Newbies

Immer wieder wird gefragt, welche Bindung wo hin passt und wie grob die Stoffe wirklich waren,darum mache ich mal einen Post mit Bildern daraus.

Hier also eine ganz grobe Aufteilung von mir, erklärt für Leute die sich überhaupt nicht auskennen :

Diamantköper und Fischgrät sind die Bindungen die oft aus dem Frühmittelalter erhalten sind. Ab dem Hochmittelalter scheinen sie außer bei Beinwickeln, out zu sein.
Diamantköper hat den gleichen Einzug* wie Fischgrät, das bedeutet, das wenn man das eine Muster am Webstuhl eingerichtet hat, mit einer anderen Abfolge der Schäfte, auch das andere Muster weben kann. Mein Webstuhl hat Tritte ähnlich einer Orgel, damit kann  man unterschiedliche Abfolgen treten. Beim Fischgrät stur von rechts nach links oder umgedreht, ohne zu denken, bei Diamant hingegen muß ich mich konzentrieren.
Diese Muster kann man miteinander kombinieren.
Beide Bindungen sind querelastisch.

Fischgrät, hier sind die Linien immer versetzt

Diamantköper, so nennt sich die Bindung,weil die
Rauten oder auch Karos immer versetzt aneinander
stossen und einem Dimantschliff ein wenig ähnlich sehen.













Rautenköper und Zickzackköper ,haben die gleichen Eigenschaften wie Diamant und Fischgrät, aber die Linien stoßen aneinander.

Zickzackköper


Rautenköper











Gleichgratköper oder auch 2/2er Köper genannt, ist der Stoff bei dem die Struktur in Querrillen zu verlaufen scheint. Kette und Schuß* sind hier gleich dominant. Der Stoff ist schön querelastisch.
Wurde im gesamten Mittelalter verwendet.
2/2er benennt die Anzahl der Schäfte*. Die Schäfte zeige ich ganz unten.







Dreigratköper oder 2/1er Köper sieht den Gleichgratköper auf dem ersten Blick ähnlich, aber hier dominiert auf einer Seite der Schuß und auf der anderen Seite die Kette. Heute wird dieser Stoff gerne für Jeansstoffe verwendet, meist ist die Vorderseite dunkel und die Rückseite hell.
Auch dieser Stoff ist querelastisch. Im gesamtem Mittelalter verwendet.
Auch hier bedeutet 2/1er das drei Schäfte benötigt werden.
links die Kettdominante Seite, rechts die Schußdominante


Zum Vergleich ein Jeansstoff,Vor und Rückseite


Leinwandbindung muß nicht zwingend Leinen sein, sondern ist der Name für die einfachste aller Bindungen, nach dem einfachen eins hoch, eins runter, Prinzip. Dieser Stoff ist weniger querelastisch und fällt bei selber Fadenstärke und Anzahl weniger schön, sieht auch grober aus, als Köperstoffe.
Sie wurde im gesamten Mittelalter verwendet, meist bei Leinenstoffen, ist aber weniger bei Textilien die eine gewisse Elastizität brauchen, geeignet, also ungern für Beinlinge oder Beinwickel.


Leinwandbindung



Tidow unterteilt historische Gewebe in unterschiedliche Feinheiten, jeweils auf einen cm gemessen:

sehr grob bis zu     5 Fäden
grob bis zu            8 Fäden
mittelfein bis zu   12 Fäden
fein bis zu             18 Fäden
sehr fein über        18 Fäden

Beim Jeansstoff oben im Bild habe ich 11 Fäden/cm gezählt, um einen Vergleich zu haben.
Die Zahlen zeigen, das die Stoffe auch im Mittelalter sehr fein sein konnten. Übrigens nicht erst seit Mittelalter, auch weit davor, gab es bereits sehr feine Gewebe.
Bei den heutigen Stoffen wird die "Dicke" nicht mehr in der Anzahl der Fäden, sondern im Gewicht angegeben. Hier kenne ich mich nun nicht aus, da ich die Stoffe die ich nicht selbst webe, zumindest anfasse und nach Augenmaß und Haptik kaufe.

Material für Oberbekleidung Wolle, für Unterbekleidung Leinen. Als ganz grobe Faustformel.
Es gibt regionale Besonderheiten, die muß aber ein jeder, für sich selbst finden.
Seide war sehr kostbar, und den oberen Schichten vorbehalten. Es gab sie allerdings schon, so ist für das Hochmittelalter in Köln, die Zunft der Seidenweberinnen belegt.
Baumwolle kam in Europa erst relativ spät auf, und wurde anfangs als Barchent, das ist ein Leinen/Baumwoll Gewebe, gehandelt.


*Kette sind die langen Fäden die auf den Webstuhl gespannt werden, Schuß ist der Faden der quer durch die Kette "geschossen" wird. Am Gewichtswebstuhl wurde das Garnknäuel so wie es war,durch das Gewebe geführt, später am Flachwebstuhl per Schiffchen, das als Handschütze wirklich aussieht, wie ein Schiffchen und durchs Fach* geworfen wird.
Per Schnellschuß wird es mit einer Art Hämmerchen, durchs Gewebe geschossen. Das sind die Webstühle die Lärm machen.

*Einzug nennt man einen Teil des Webstuhls einrichten, die Fäden werden durch die Litzen eingezogen.


*Schäfte: hier auf dem Bild sind das die Latten wo die weißen Litzen dran befestigt sind.
An meinem Webstuhl sind die Schäfte mit den Pedalen verbunden, an anderen Modelle gibt es Handhebel. Am Gewebe kann man schön das geöffnete Fach sehen,durch das das Schiffchen geschoben wird. Die Pfeile zeigen auf die 4 Schäfte, der gelbe Kringel zeigt wo das Schiffchen ins *Fach gehen muß und wie die Fäden sich spreizen.




Dieser Webstuhl hat also 4 Schäfte, es gibt auch Modelle mit mehr als 4, und auch Bindungen die mehr als 4 benötigen. Um ein 2/1er Gewebe herzustellen muß der Webstuhl ein wenig umgebaut werden, ein Schaft wird dann entnommen.
4 Schäfte reichen aus um die gängigen Stoffe des Mittelalters nachzuweben.

Walkstoffe 

Man unterscheidet hier in gewebte Ware und Wirkware. Auch Bezeichnungen wie gekochte Wolle werden gehandelt. Wirkware ist gestrickt. Gestrickte Stoffe wurden im Mittelalter hergestellt. Gegen Ende des Mittelalters kommen zwar gestrickte Kleidungsstücke auf, aber ganze Stoffe wurden nicht gestrickt. 
Manteltuche wurden gewebt, und ab der Erfindung des Wasserbetriebenen Hammerwerks auch mechanisch gewalkt. Es ist auch möglich Walkstoffe von Hand oder Fuß zu walken.
Optisch sind die Strickstoffe von den gewebten Stoffen oft schwer zu unterscheiden. Mit längerem Tragen und einiger Abnutzung, fällt dann der Unterschied schon auf, und man ärgert sich. Es lohnt also vor dem Kauf genau nach zu fragen.

rot Wirkware, grau Webware

Mittwoch, 28. November 2012

Textilien als Statussymbol

Mein Haus,mein Boot,mein Auto.

Und was zeigte Mann damals ? Meine Waffen, meine Söhne, meine Kleidung.

Ist es heute Markenkleidung, von der man weiß, das sie teuer ist, so hat man vor der Erfindung der Label, zu allen Zeiten, die Emsigkeit der Erzeuger, oft die eigene Frau, zur Schau gestellt.
Man wusste darum, wie viel Mühe und Sorgfalt es braucht, feine gleichmässige Fäden zu spinnen, das Farben kostbar sind, und legte Wert auf feine haltbare Verarbeitung.
Wer es sich leisten konnte, protze nicht nur mit Fülle sondern auch mit Aufwand.
Wer es sich nicht leisten konnte, bemühte sich halt um Sorgfalt.
Die heute erhaltenen Textilien sprechen für sich.
Aber auch in der jüngeren Vergangenheit, in der Textilien noch kein Wegwerfartikel waren, wurde auf die Ver bzw. bearbeitung  Wert gelegt. Erinnere ich mich an eine Schusterschürze aus den Nachkriegsjahren,  sorgfältig repariert - die Flicken waren sauber mit Kappnaht eingesetzt. Verschlissen und dennoch der Hausfrau Stolz.

Immer wieder bekomme ich zu hören "Im Mittelalter ? Da trug man Sackleinen !"
Nein, nicht einmal die ältesten erhaltenen Textilien sehen auch wie Sackleinen.
Wer sich kostbare Waffen leisten konnte, trug auch Kleidung die etwas hermachte, so wie man heute zur sündhaft teuren Uhr, keinen schäbigen Anzug trägt.

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf,als ich diese Beinwickel gewebt habe :

 
Eigentlich wollte ich etwas total Schrilles weben und war dann enttäuscht, weil die Farben sich doch miteinander anragiert haben. Nach dem waschen, beim versäubern stellte ich dann fest, das mal das Blau und mal das Grün dominiert. Das sieht richtig raffiniert aus. Ein toller Effekt, den die Kamera leider nicht einfangen mag.
http://de.dawanda.com/product/38588230-Beinwickel-Prunk-in-gruenblau


Auch sehr edel:



Hier ist es die Bindung,die aufwendig ist, lässt sich Fischgrät doch schneller weben.
http://de.dawanda.com/product/37848685-Beinwickel-gruener-Diamant

Hier ist es schon schlichter,aber noch lange nicht poplig:

 
Und damit habe ich fürs Erste genug vom Beinwickel weben. Der Webstuhl ist leer, und wartet darauf neu eingerichtet zu werden. Das nächste Projekt wartet bereits und ich freu mich wie Bolle - ist es doch eins meiner Lieblingsthemas. Das zeige ich Euch dann demnächst.

Samstag, 10. November 2012

grüne Wollbluse

Da ich zur Zeit müde bin, schlechte Klamotten von der Stange zu kaufen,habe ich mir eine Winterbluse aus Wollstoff gemacht.
Es ärgert mich ungemein, das die Klamotten in den Läden, meist schlecht verarbeitet und aus fiesem Material hergestellt sind, und dann mitunter nicht einmal die erste Wäsche überleben.
Geplante Obsoleszenz nennt man so was.
Über die Art und Weise wie Textilien hergestellt werden mag ich gar nicht erst reden.
So habe ich beschlossen noch mehr selber zu machen und noch weniger zu kaufen !

Hier ist erst mal der Rohstoff, ein schönes Garn NM 9/2, 100% Schurwolle,chemisch gefärbt,aber in einem Farbton den man mit Birkenblättern und Eisensulfat erzielen könnte.
Daraus habe ich einen schlichten 2/2er Köper gewebt,der mit 8 Fäden/cm relativ locker ist,damit er schön fällt.
Nach einem selbstgefriemelten Schnittmuster, das ebenfalls bewusst schlicht ist,ist diese Bluse genäht. Großenteils von Hand mit Kappnähten, so das die Kanten schön geschützt sind, und teils mit Maschine weil die Nähte sonst zu wulstig wären. Auch an Kragen und Knopfleiste ist einmal mit der Maschine entlang genäht.

Kleine grüne Perlmuttknöpfe runden das Stück ab. Sie sind nicht funktional, sondern da hinter sitzen
Druckknöpfe, um den Stoff so wenig wie möglich einschneiden zu müssen.











Ein gutes Stück Stoff habe ich noch, und nun überlege ich was daraus entstehen soll

Montag, 29. Oktober 2012

Beinwickel in Naturfarben

Und die nächsten Beinwickel sind auf dem Webstuhl.
Diesmal sind es Wickel in natürlichen Farben (chemisch gefärbt) in Fischgrätbindung, aber etwas dünner in der Qualität. Sie lassen sich sicherlich im Sommer gut tragen, sie dürften auch anschmiegsamer sein.
Es wurde mehrmals danach gefragt, deshalb mache ich mal welche auf Vorrat.



Die Wickel in Diamantköper sind auch fertig und ziemlich schön geworden.
Das Kettgarn ist handgesponnen, und das Schußgarn aus Ökogarn von glücklichen Finkhofschäfchen.



http://de.dawanda.com/product/37453225-Beinwickel-Brauntoene
 

Und endlich kann ich auch die Ersten aus dem Reigen zeigen :
auch besondere Stücke, denn die Auftraggeberin hat das Garn selbst gesponnen, es ist wunderbar weich,dabei sehr reißfest und gleichmässig. So etwas müsste man von der Stange kaufen können.
Das Garn ist in verschiedene Spinnrichtungen gesponnen.
Viele historische Textilien, nicht nur aus dem Mittelalter, wurden mit Garnen die mal rechts, mal links herum gesponnen waren, gewoben.
Entgegen den modernen Textilien, bei denen das Garn immer nur in einer Richtung gedreht ist. (soweit mir bekannt ist )
Die unterschiedliche Drehung wurde mit voller Absicht eingesetzt, zum einen um ein Gewebe mit hoher Dichte herstellen zu können, zum anderen aber auch um Muster weben zu können.
Ein Thema in das ich, bei zukünftigen Projekten weiter vertiefen möchte.

Wenn man ganz genau hinschaut, erkennt man das die Fasern alle in eine Richtung zeigen. Dieser Effekt ensteht, wenn zB. die Kette rechts und das Schußgarn links herum gedreht ist. Es geht auch anders herum.
Beim einnähen der Kettfäden, bzw bei dem Versuch, habe ich festgestellt, dass die Fäden so gar nicht ins Gewebe wollten, so das ich nach einigen Fäden aufgegeben habe.

Fertig sehen die Wickel so aus (rechts, links kennen wir ja schon )  :
Das zarte gelb wurde von Aennlin, mit Rainfarn gefärbt. Die dunklen Fäden markieren  Gewebeproben, die noch von den Wickeln abgeschnitten wurden.

http://www.aennlin-cistarius.de/index.php?cat=Germanen%201.%20Jh.&page=Beinwickel


Irgendwie habe ich zu wenige Bilder gemacht.
Aber es sind mir noch Bilder versprochen, die ich hier im Beitrag nachreichen werde.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

die nächsten bitte ...

weil ich einmal so gut drin bin, - Gartenwetter ist auch keins -  habe ich schon die nächsten Wickel auf dem Webstuhl. Nicht zuletzt weil ich einen freundlichen Sohn habe der Ferien hat,und der mir beim aufbäumen zur Hand geht.
Diesmal sind es Naturfarbene, das Kettgarn ist handgesponnen und braun, der Schuss wollweiß, die Bindung im beliebten Diamantköper. Diese sind noch zu haben, ich webe sie auf Vorrat, sie werden etwa 4m lang werden, je nach dem auch etwas länger, das sehe ich erst, wenn die fertigen Stücke gewaschen sind.


Und so sehen die blau/weißen fertig gewoben,versäubert und vernäht aus :



Ich bin dann mal wieder am Webstuhl ...

Montag, 15. Oktober 2012

Wieder mal Beinwickel

Einmal im Jahr sind Beinwickel dran. Jetzt ist es wieder so weit.
Ein Paar ist schon fertig,aber da es ein Geschenk ist, wirds noch nicht gezeigt.
Ein Schultertuch ist den Wickeln vorweggangen, es ist schon auf der Reise zur neuen Besitzerin.


Vom nächsten Paar habe ich bereits 30cm angewoben und sie gefallen mir besonders gut.

Die Kette ist naturweiß,der Schuß mit Indigo gefärbt, so ists der Kundenwunsch.
Im Anschluss werde ich noch einige Meter naturfarbene Beinwickel weben, die ebenfalls bestellt sind.

Wer jetzt noch Beinwickel haben möchte, jetzt wäre eine gute Gelegenheit. Neben Diamantköper, wäre auch Fischgrät möglich, sogar bis Weihnachten.  ;o)

Donnerstag, 27. September 2012

Kinderkleid fürs Frühmittelalter oder Zweitverwendung eines Kleidungsstücks

Einen lieben Hobbyfreund, dem ich etwas Gutes tun möchte, weil er mir allen möglichen Kram sammelt, und hilfsbereit wie kein Zweiter ist, möchte ich für dessen Tochter ein Kleidchen nähen.
Ein Kleid das ich für mich selbst genäht,aber nur einmal getragen hab, weil es misslungen war, soll hier Zweitverwendung finden.
Das alte Kleid habe ich komplett auftrennt, so das man die einzelnen Teile wieder hat, diese muß ich nun verkleinern, auf die Maße die ich bekommen habe.

das alte aufgetrennte Kleid

Obwohl überall eine dicke Zugabe angeschnitten ist, habe ich das Gefühl ein Zwergenkleidchen zu machen.
Würde ich knapp rechnen, dann würde ich mit einer Breite meines Kleides, Vorder und Rückseite des Kinderkleidchen abdecken können. Mache ich aber nicht, erscheint mir zu knapp.
Die Geren habe ich diesmal nicht dreieckig geschnitten,sondern im unteren Teil gerade, so das ab etwa Mitte Schienbein die Rockbahn nicht ausgestellt sondern gerade ist. Darauf soll ein andersfarbiger Zierstreifen, der nun erst mal nach oben genäht wird. Ist die Maus gewachsen, kann man den Streifen an der oberen Naht abtrennen und dann einfach hängen lassen lassen. Soweit der Plan.


Das zugeschnittene Kleid, das noch nicht in Anordnung liegt.

Da kleine Kinder - die Süße ist 5 - meist schneller wachsen,als man von Hand nähen kann, werde ich mit der Maschine nähen. Die wirklich gut sichtbaren Nähte mache ich von Hand.





Hier nun das fertige Kleidchen. Hmm wirklich zufrieden bin ich nicht. So rein von Hand genäht, wäre schöner geworden. Kappnähte auf der Nähmaschine sind nicht mein Ding. Kappnaht von Hand gelingt ganz gut.
Nun ja, war das Kleid erst mal auf dem Baum,im Bach und Brombeeren pflücken, wirds nicht mehr so schlimm auffallen.

Dazu gelegt habe ich noch eine Glasperle und zwei winzige Knochenperlchen auf einer Leinenschnur. Denn so braun in braun ist es doch arg graumausig. Auch wenn das zur Darstellung von Zimmermannstochter paßt.


Nachtrag 7 Oktober 2012, das Kleid paßt. Es hätte unten etwas länger sein können, und der Halsausschnitt etwas kleiner,aber die junge Dame hat es den ganzen Tag nicht mehr ausgezogen. Was für eine Ehre.  :o)



Samstag, 15. September 2012

Grüner Stoff

Es ist nicht so das ich zur Zeit faul bin,es kommt nur nichts dabei rum, was zu zeigen lohnt.
Eine nette Haarspange aus Knochen habe ich gemacht, aber die war schneller verkauft als ich sie knipsen konnte. Manchmal vergeht die Zeit, in der man immer beschäftigt ist, und doch nicht weiß, was man getan hat.


Daran arbeite ich zur Zeit.
Schurwolle, chemisch gefärbt,6 Fäden je cm, 2/2er Köper. Daraus wollte ich mir eine neuzeitliche Jacke machen. Die Farbe gefällt mir so gut.
Aufgezogen habe ich 10m Kette.
Eigentlich wollte ich, mit aus der Kette, ein Schultertuch aus selbstgesponnenem Singelgarn mit Farbverlauf weben, aber es war zu wenig Schußgarn, so überlege ich, evtl noch ein nettes Oberteil daraus zu machen. Die Ergebnisse werde ich zeigen, falls sie vorzeigbar werden und irgendwann fertig werden.
Oft ist es so,das die Stoffe auf Halde liegen und mir der Mut und die Muße fehlen zur Schere zu greifen, und anzufangen.

Sonntag, 2. September 2012

8m blauer Wollstoff in Leinwandbindung

Mal wieder ein wirklich selbstgemachtes Problem :
wie trocknet man eine 8m lange Stoffbahn ?

Gestern Abend vom Webstuhl geholt, über Nacht schon mal eingeweicht und eben von Hand gewaschen.
Aufs auswringen hab ich verzichtet, dafür bin ich jetzt schön naß.
Jedenfalls weiß ich nun das die Wäscheleine kürzer als 8m lang ist. Egal, irgendwie wird es schon trocknen.

Das Garn habe ich im unhandlichen 1kg Strang gekauft. Das war ja mein Notkauf,weil ich das Garn für den Römerstoff verdorben hatte. Es gab meine Lieblingsqualität nur noch in diesem hellen türkies. Da mein Indigorezept aber mit einem Entfärber wirkt, wurde das türkies in einem Arbeitsgang entfärbt und blau gemacht. Das beweisen die weißen Flämmchen im Stoff. Auch ein Nebenprodukt meines Riesenstrangs.Aber ich finde das macht den Stoff hübsch lebendig. Bei 8m weben, fand ich das blau langweilig, so was wird nur durch einen netten Krimi im CD Spieler erträglich.
Aber wie es jetzt so in der Sonne leuchtet - doch gefällt mir gut.

Ach-ja so am Rande - inclusive Färben und Vorarbeiten wie Garn spulen,schären,bäumen,weben, Stoff nachbearbeiten und vorwaschen komme ich für diese 8m, auf eine Arbeitszeit von etwa 70-80 Stunden. So ganz genau läßt sich das schlecht nachhalten, da man diese Arbeiten ja nicht am Stück macht.

Montag, 27. August 2012

Handgewebte Stoffe fertig

Ganz unspektakulär : ein paar schlichte Stoffe um historische Kleidung daraus zu nähen.
Die beiden Blauen sind mit Indigo gefärbt und in schlichter Leinwandbindung gewebt. Das Paket Zucker liegt zur Farbeinschätzung daneben. Die Farben wirken am Bildschirm ja oft unterschiedlich.
Der braune Stoff ist walnußgefärbt und ein 2/2er Köper.





Sonntag, 29. Juli 2012

Wolle in Unkraut färben

Zur Zeit genießen wir die Ferienzeit.
Mal nicht früh aufstehen müssen, kaum Termine haben, und einfach morgens gucken was anliegt, was das Wetter erlaubt.
Hier wurde Marmelade gekocht,vorher die Früchte im Garten geerntet, viel an der Nähmaschine genäht - denn meine Tochter und ihre Freundin haben sich gewünscht, nähen zu lernen. Darüber freue ich mich wiederum sehr.
Wenn das Wetter es zulässt,wird im Garten gearbeitet. Da war viel zu tun tun, surch den vielen Regen steht das Unkraut gut im Saft,aber so langsam sieht er wieder brauchbar aus.
Wolle gefärbt, Reseda geerntet und getrocknet,ach ja - eine Borte aufgezogen - kurz irgendwie ist Sommerloch. Nichts Zeigenswertes.
So zeige ich mal eine Aktion die ich vor ein paar Jahren gemacht habe :

Wolle mit einem Eimer Unkraut gefärbt.
Man nehme Unkraut möglichst ohne Erde und viel Wurzelzeugs,wahllos,egal welches,stopfe damit den Färbetopf voll,fülle ihn mit Wasser auf und läßt es Stunde lang kochen.Dann durch ein Tuch abseihen und den Sud auffangen.
na-ja genau genommen waren es zwei sehr große Eimer Unkraut, und alles was im Weg stand.


Die nasse vorgebeizte Wolle, (15% Alaun) entweder langsam in mehren Schritten erhitzen,oder aber den Sud abkühlen lassen und die kalte vorgebeizten nasse Wolle dazu geben.
Nun hab ich das Unkraut nicht gewogen,da ich nur ausprobieren wollte,ob es überhaupt eine Färbung ergibt,aber ich schätze im Verhältnis 4:1 Blattmasse/Wolle war es.Die Wolle im Sud etwa eine Stunde simmern lassen,rausnehmen,abkühlen,spülen,fertig.
Meine Färbung ergab ein trübes gelb,mit Eisensulfat im dritten und vierten Zug ergab trübes grün,man könnte auch sagen Auswurf in alles Schattierungen.

Mein Versuch mit Tomatenlaub,das beim ausgeizen der Tomatenpflanzen so rumlag,ergab ein schöneres gelb. Leider hab ich davon keine Fotos.
Ein anderer Versuch mit den Wasserschossern meines Mirabellenbaumes,die incl. Ästen in den Topf wanderten, ergaben ein schönes kräftige Moosgrün in Verbindung mit Eisensulfat.

Ich denke man kann pauschal sagen,das so ziemlich jede grüne Blattmasse irgendein gelb ergibt,mit Eisensulfat irgendein grün.Eine Besonderheit sind wohl rotlaubige Bäume und Sträucher die ohne Eisen ein leuchtendes oilviges Grün ergeben sollen,da steht mein Test noch aus.


Es sind nicht gerade Traumfarben,aber es zeigt,das man ohne viel Aufwand und ohne besondere Pflanzen schnell und einfach Wolle farbig machen kann. Die Ergiebigkeit läßt zu wünschen übrig, das ist wohl der Grund, warum es traditionelle Färbepflanzen gibt, und andere unerwähnt bleiben.
Ausprobiert hab ich das,weil in irgendeiner Zeitung stand,das Maiglöckchenblätter färben.Das hat mich wirklich geärgert,denn sie stehen oder standen auf der roten Liste.Ich finde es wirklich Schade wenn unbedacht in der Natur gewildert wird,wo es doch einfach sein kann.

Freitag, 6. Juli 2012

gewebte Handtücher

Zur Abwechslung hab ich mal was Modernes für den Hausgebrauch gewebt : Handtücher.
Die Anregung habe ich von einer Weberin, der ich in einem Forum begegnet bin und die ähnliche (schönere) verkauft. Sie war so lieb mir zu erklären wie es geht, besten Dank dafür.
http://de.dawanda.com/shop/die-handweberin
Gewebt habe ich zwei Handtücher mit passendem Waschhandschuh für die Reise, die sich gut anfühlen, aber nicht so bannig viel Platz im Gepäck einnemen.

Mittlerweile schon mehrmals gewaschen, denn sie waren mit in Bibracte und auch in Detmold.
Die Seife ist auch handgemacht, von einer lieben Forenfreundin.
Die Kette ist einfaches Baumwollgarn unmercerisiert und schön durstig,der Schuß Baumwollchenille.
Ein Fahrradhandtuch für meinen Mann, das eine merkwürdiges Format hat, ich dachte es muß lang genug sein, das man es sich auch mal um den Hals werfen kann,und da es ziemlich dünn ist, geht das auch bequem. Aber breit genug, das man sich auch mal flächig abrubbeln kann, kommt man doch mal in nen Schauer.
Es ist etwas größer als eine Butterbrotsdose, damit es in den Packtaschen nicht so viel Platz braucht.

Einmal im ganzen und einmal gefaltet.





Und weil ich ne lange (Baumwoll) Kette augezogen hab, hab ich noch ein paar Küchen oder Geschirrhandtücher gewebt. Eins sogar mit Leinen Schuß.
Und jetzt weiß ich plötzlich warum Leinen so einen Ruf hat, das Zeug ist zickig.  Das konnte ich mir nicht vorstellen, aber es ist so. Bis ich mich da wieder ran traue wird wohl viel Wasser den Rhein runter fließen.


dicke durstige Baumwolle

Vorn links, das Kleine hat den Schuß aus Leinengarn, ich will es zum Geschirr trocknen benutzen, aber ich trau mich noch nicht, irgendwie ist es zu schade. Die Anderen sind alle mit Baumwollschuß.

Dann war da noch etwas selbstgefärbtes Chenillegarn übrig, und ich dachte das wird ein Babybadetuch, aber dafür hat das Garn dann doch nicht gereicht, Schade.


Ich finde die Tücher sind richtig gut geworden. Das werden nicht die letzten sein, aber erst mal sind andere Projekte dran. Auch ist im Garten viel Arbeit, und so Folgearbeiten wie Marmelade kochen, und Kräuter trocknen brauchen ihre Zeit. Den Sommer in Gläser füllen für die kalte Jahreszeit.

Irgendwann werde ich mir auch so schöne Handtücher mit breiten Stoffrand machen, wie Ute Richter sie macht. Und auch das Wanderhandtuch von dem Antigone ( http://de.dawanda.com/shop/WildeWebe ) mir erzählt hat, werde ich für mich mal weben. So ein Wanderhandtuch läßt sich klein zusammen falten, ist so groß das man sich drin einwickeln kann, und trocknet schnell in der Sonne.
Ich danke Euch Beiden für die Anregung, die Hilfe und besonders Antigone für den ein oder anderen Schubs in die richtige Richtung. Ich finds toll das Ihr Profis uns Hobbyfuzzies helft.  :o)